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10. 09. - 09. 10. 2009, vor dem Berliner Medizinhistorischen Museum

Anja Sommer
Installation mit Interviews

Jeden Tag nehmen sich Menschen das Leben. Mit Suizid und Suizidenten in Berührung zu kommen ist für manche Menschen Berufsrisiko und traurige Normalität. Für mein Projekt möchte ich Gespräche mit Angehörigen verschiedener Berufsgruppen (RettungsassistentIn, JuristIn, RechtsmedizinerIn, U- BahnfahrerIn usw.) führen, die in ihrem beruflichen Umfeld mit Suizid oder Suizidversuch/ bzw. Suizidanten in Kontakt gekommen sind oder in Kontakt kommen können.

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Anja Sommer
” Worte von hier drüben” Videoprojektion

In Abschiedsbriefen sprechen Menschen, die ihren Suizidversuch erfolgreich oder ohne Erfolg durchgeführt haben zum letzten Mal zu Bekannten, Geliebten, Freunden oder auch Beamten der Polizei. Wenn wir die Briefe lesen ist ihre Stimme versiegt. Ich möchte diesen Verstorbenen eine Stimme leihen, ihre letzten Worte wichtig machen, Vergangenes in die Gegenwart holen.

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Aus der Pressemitteilung: Plötzlich ist ein Mensch weg - aus unserer Mitte gerissen, getötet von eigener Hand. Einfach so. Es passiert jeden Tag und überall, seit jeher.
Menschen nehmen sich das Leben, töten sich, begehen Suizid, machen Schluss - jährlich über 400 allein in Berlin.
Dabei hinterlassen sie emotionale Lücken und viele Fragen - im Privaten wie im Öffentlichen.
Das interdisziplinäre Forschungs- und Ausstellungsprojekt „sterben wollen | Denkraum” Suizid inszeniert auf
den Freifl ächen des Berliner Medizinhistorischen Museums Alltäglichkeiten und gesellschaftliche Umgangsweisen
mit Selbsttötung und weist darüber hinaus auf konkrete Hilfsangebote hin. Ein Infocontainer und mehrere
Begleitveranstaltungen bieten die Möglichkeit einer detaillierten Auseinandersetzung. Besucher und Besucherinnen
sind eingeladen, sich in diesen künstlerisch-wissenschaftlichen Denkraum hinein zu begeben.

KONZEPT UND REALISIERUNG: Falk Blask, Weronika Jakubowska, Wolfgang Knapp, Maren Michligk,
Michael Sacher, Anja Sommer, Laura Sperber, Judith Willkomm

Eine KOOPERATION des Institut für Europäische Ethnologie, Humboldt Universität zu Berlin und dem Institut
für Kunst im Kontext, Universität der Künste Berlin in ZUSAMMENARBEIT mit:Berliner Medizinhistorisches Museum der Charité | Berliner Bündnis gegen Depression | Charité - Universitätsmedizin
Berlin | Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales, Berlin | Bundesverband Verwaiste Eltern e. V. | Berliner
Kriesendienst Region Mitte | Telefonseelsorge Berlin-Brandenburg| Neuhland e. V. | AGUS e. V. | Freunde fürs Leben
e. V. | JugendKulturZentrum PUMPE, | Bestattungen Otto Berg | Schulze Transporte

weitere Informationen unter:www.sterbenwollen.denkraum Suizid